Quelle: Appenzeller Volksfreund vom 24.12., Bericht von Claudia Manser
«Wer lost ös Engel hüt no zue?»
Weihnachtsspiel Schule Brülisau
Am Donnerstag war es so weit: Die Oberdorfer Schulkinder führten das Weihnachtsspiel auf. Gemeinsam hatten sich die Mädchen und Buben vom Kindergarten wie auch der Primarschule auf die Theateraufführung vorbereitet. Das Weihnachtsspiel «Das Lied des Engels» war in Reimform geschrieben.
Zwei Engel spielen auf ihren Flöten die Engelsmelodie. Ein Bub kommt mit einem laut dröhnenden CD–Player daher. Er achtet die Engel gar nicht und geht einfach weiter. Die Engel fragen das Publikum: «Wer lost ös Engel hüt no zue? S’git niene meh es bitzli Rueh, nur Lärme, Lärme! Ich ha gnue.» Dem Lärmteufel gefällt dies natürlich. So werden von den Kindern verschiedene Szenen aus dem Alltag gespielt.
Der Bub Martin möchte einmal einen Engel sehen. Doch überall, wo er nachfragt wird er abgewiesen. Die Mutter kommt genervt daher, die Hände an der Schürze abwischend und sagt zu Martin: «Ach Bueb, jetzt geb doch endlich Rueh!» Seine Schwester Nina erscheint mit einem Verkaufskatalog und interessiert sich vielmehr für neue Hosen als für einen Engel. Auch seinen Kollegen ist das Nintendo–Spiel viel wichtiger. Fragend sucht Martin die Weihnachtsabteilung in einem Warenhaus auf. Ein Tisch mit Geschenkpapier und Bändern. Eine Stimme aus dem Lautsprecher ertönt und macht die Kunden auf ein super Weihnachtsangebot aufmerksam. Martin fragt die Verkäuferinnen, ob sie wüssten, wo man einen Engel findet? Achselzucken. Hier sicher nicht, vielleicht könne der Lehrer weiterhelfen. Die Sucherei scheint aussichtslos zu sein. Doch dann, auf dem Heimweg durch den Wald hört Martin staunend das Engelslied. Endlich, er hatte einen Engel gefunden! Allmählich kamen auch die anderen Engel näher. Zuerst summten sie leise, dann immer lauter werdend sangen die Kinder «Liislig, ganz liislig foht d’Wiehnachtszyt aa».Jetzt waren die Kindergärtler und 1./2. Klässler an der Reihe. Sie hatten im Unterricht hübsche Sterne gebastelt und ein Bühnenspiel einstudiert. Die Jüngsten setzten sich bei «Marvin, der Sternenputzer» liebevoll in Szene. Die Kinder bereiteten dem Publikum mit ihrem Spiel viel Freude. Der herzliche Applaus am Schluss des Weihnachtsspiels galt gleichermassen allen Schülern wie auch der Lehrerschaft. Es gelang ihnen vortrefflich, mit Traditionellem und Modernem auf Weihnachten einzustimmen.






















