Schulgemeinde vom 26.3.10
Nach tiefrot jetzt wieder im Plus
Die Kasse der Schule Brülisau hat sich vom Verlust des letzten Jahres gut erholt. Das sehr positive Resultat wird sich indes kaum wiederholen. Der Steuerfuss bleibt deshalb unverändert. Niklaus Fritsche wird neuer Schulrat. Der Nordeingang des Schulhauses muss dieses Jahr saniert werden.
Monika Egli
brülisau. «Tiefrote Brülisauer Schule» titelte die Appenzeller Zeitung vor Jahresfrist. Damals musste die Versammlung ein Minus von 142 000 Franken zur Kenntnis nehmen. Am Freitag an der Schulgemeindeversammlung muss das Traktandum 2, Rechnungsablage, für den Präsidenten Reto Streule und für Kassierin Edith Inauen deshalb wohl ein sehr angenehmer Teil der Versammlung gewesen sein: Trotz Rückstellungen von 220 000 Franken konnte ein Einnahmenüberschuss von gut 11 000 Franken ausgewiesen werden. Dieses Ergebnis resultierte unter anderem aus Mehreinnahmen bei den Steuern von 100000 Franken, dank des Finanzausgleichs, eines Beitrags aus dem Härtefallfonds und nicht zuletzt, weil weniger Kinder die Schulen in Appenzell besuchten. Der letzte Punkt wird sich aber in den nächsten Jahren wieder ändern, weshalb von den Rückstellungen 170 000 Franken für Schulgelder vorgesehen sind.
Steuersatz beibehalten
Im laufenden Jahr erwartet der Schulrat einen Rückgang bei den Steuereinnahmen von 5 Prozent. Das gute Ergebnis 2009 hatte zudem auch mit einmaligen Ereignissen zu tun, wird sich 2010 deshalb kaum ähnlich gut präsentieren. Eine Steuersenkung war aus diesem Grund kein Thema. Einstimmig wurde beschlossen, den Steuersatz von 84 Prozent (darin inbegriffen 1 Promille Liegenschaftssteuern) beizubehalten.
Fritsche neuer Schulrat
Beisitzer Hansueli Neff hatte auf die Schulgemeindeversammlung hin den Rücktritt eingereicht. Als neues Mitglied wurde Niklaus Fritsche gewählt. Die übrigen Mitglieder stellten sich der Wiederwahl und wurden einstimmig bestätigt: Reto Streule als Präsident, Eveline Schiegg als Vizepräsidentin und Aktuarin, Edith Inauen als Kassierin, Hans Manser als Beisitzer sowie Hansruedi Manser und Ueli Neff-Inauen als Revisoren.
Sanierung Schulhauseingang
Dank des guten Rechnungsergebnisses konnten noch im alten Jahr 50 000 Franken Rückstellungen für die Sanierung des Schulhauseingangs getätigt werden. Detaillierte Pläne sind zwar noch keine vorhanden, Reto Streule erklärte den rund 50 Anwesenden das Vorhaben aber anhand von Fotos. So muss beim Eingang auf der Nordseite die alte, nicht mehr reparierbare Tür durch eine auswärts sich öffnende Fluchtwegtüre ersetzt werden, was eine Erneuerung des Dächlis nach sich zieht. Auch stehen noch Flick- und Malerarbeiten an, weshalb fast jede Art von Handwerker aufgeboten werden muss. Daraus ergeben sich letztlich Kosten von 50 000 Franken. Obwohl dieser Betrag in der Kompetenz des Schulrats läge, wurde am Freitag um Genehmigung gebeten, da mittelfristig noch weitere Investitionen wie zum Beispiel der Anschluss ans Glasfaserkabel nötig werden. Die Versammlung segnete das Kreditbegehren diskussionslos ab.
Entschädigungen angehoben
«Wir machten es für die Nächsten», sagte der Präsident und meinte damit die Anpassung der Entschädigung für Schulratsmitglieder. Trotz der Anpassung seien die Beträge teilweise immer noch nur halb so hoch wie andernorts. Solche Anpassungen seien für einen Präsidenten einfacher zu machen, wenn es langsam dem Ende zugehe. Die 63 Schüler «starke» Schule Brülisau muss sich mittelfristig wohl um seine Nachfolge kümmern! Es wurde auch informiert, dass sich die Frühlingsferien nicht mehr nach Ostern richten, sondern stets während der Kalenderwochen 15 und 16 stattfinden. Die Sommerferien dauern weiterhin sechs Wochen; sie wurden nicht den umliegenden Kantonen angepasst.
Gegen ISF
In seinem Jahresbericht hatte der Präsident zum Thema ISF (Integration von Schülern mit besonderen Bedürfnissen) erklärt, dass der Schulrat Brülisau der Überzeugung sei, dass ISF nach Abwägung aller Vor- und Nachteile die Qualität des Unterrichts mindern würde. Dass der Grossrat die Kantonalisierung der Oberstufe im letzten November mit unverständlichen Begründungen abgelehnt hat, sei enttäuschend gewesen. Man habe es verpasst, dem grossen Gefälle zwischen Schulgemeinde Appenzell und den Aussengemeinden entgegenzuwirken.
(Appenzeller Zeitung vom 29.3.10)