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Freitag, 18. Mai 2012

Geschichte von Brülisau

Pfarrdorf und Schulgemeinde am Fusse des Hohen Kastens, liegt zum grösseren Teil im Bezirk Rüte AI. Einzelne Höfe links des Brüelbaches gehören zum Bezirk Schwende AI. Um 1350 Brünlisouw. Der Ort muss aber älter sein, weil der Standort der späteren Kapelle eine Exklave zur Rhode Lehn auf Rütner Gebiet bildete. Die Dorfbildung setzte mit dem Bau (1478) der ersten, von Appenzell aus betreuten Kapelle ein, verstärkt durch die Erhebung zur Filiale 1647 bzw. zur Pfarrei 1845. Die heutige neuromanischen Sebastianskirche wurde 1879/80 erbaut (1975 restauriert). In lockerem Abstand scharen sich um Pfarrkirche und Friedhof Pfarrhaus, Schulhaus (1894/96) und zwei Gasthäuser. Mit dem Bau der Luftseilbahn Brülisau - Hoher Kasten 1964 setzte die tourist. Erschliessung ein. Zwei Gastgewerbebetriebe wurden z.T. markant vergrössert. 1981 entstand ein Mehrzweckgebäude. Seit 1947 ist B. durch einen Postautokurs mit Weissbad verbunden. Zu Brülisau gehören zahlreiche Landwirtschaftsbetriebein Streusiedlung.

 

Geschichte

Das heutige Pfarrdorf wird erstmals um 1350 als «Brünlisouw» erwähnt. Die Au des Brunlin scheint aber ein bis zwei Jahrhunderte älter zu sein, worauf nicht nur die Bildung des Ortsnamens analog zu Rapisau und Meglisalp, sondern auch die Tatsache, dass der Standort der spätern Kapelle und Kirche eine Exklave der Lehner Rhod bildete, hindeuten. Seit dem 16. Jahrhundert wird die Gegend auch Oberdorf genannt s. Die Au an den beiden Ufern des Brüelbachs zählte anfänglich nur Einzelhofsiedlungen, wahrscheinlich auch einen wehrhaften Turm, den um 1370 - 1390 Jäckli Entz bewohnte, der mit 208 Mark liegender, 157 Mark fahrender Habe, 5 Panzern und Hauben, 10 Handschuhen und einer Armbrust der reichste Innerrhoder war. Die Dorfbildung setzte erst nach der Errichtung der Sebastianskapelle (1478), der Erhebung zur Filiale (1647) und der Errichtung der Pfarrei (1845) ein. Brülisau hat sich wohl zu einer guten Pfarrei und Schulgemeinde (seit der Helvetik) entwickelt, nie aber zu einer eigenen politischen Gemeinde. Es bildete, abgesehen von der Lehner Enklave mit der Kirche, einen Teil der Rütner Rhod. Seit 1872 ist es dem Bezirk Rute zugeteilt, wobei die Höfe links des Brüelbachs zum Bezirk Schwende gehören.

Lage und Anlage

Das Dorf am Fuss des Hohen Kastens liegt auf 922 m Höhe ü. M. am Endpunkt der beiden Straßen von Weissbad und Steinegg über dem rechten Ufer des Brüelbachs. Um Pfarrkirche und Friedhof scharen sich in lockeren Abstand im Osten das 1869 gebaute, 1880 wegen Friedhoferweiterung versetzte Pfarrhaus, im Norden das an Stelle des alten Pfrundhauses 1894 - 1896 errichtete Schulhaus, im Osten zwei Gasthäuser, das 1886 eröffnete Rössli und die bereits 1607 als Schildwirtschaft erwähnte, 1964 im Appenzeller Kolossalstil umgebaute Krone, dazwischen eine um 1900 erbaute Spezereihandlung und zwei nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Häuser. Den Südwestabschluss bildet der typisch innerrhodische Blockbau des Mesmerhauses. An der einst freien wiesengrünen Südflanke der Kirche weitet sich jetzt ein großer Parkplatz und erhebt sich der Zweckbau der Talstation der Schwebebahn nach dem Hohen Kasten. Brülisau ist ein Beispiel einer jungen, durch den Tourismus neuester Zeit aufgeblähten Dorfbildung.